Mein Roman spielt sich vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse in den Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal von 1933 bis 1974 ab. Beschrieben wird dabei die Denkweise eines mit seiner deutschnationalen Gesinnung eher typischen deutschen Diplomaten der damaligen Zeit. Es wird auch deutlich, wo die Bruchlinien zwischen dem deutschen und dem portugiesischen Faschismus verliefen, die zunächst zu der gegenüber den Alliierten wohlwollenden Neutralität Portugals im Zweiten Weltkrieg und dann zur Nato-Mitgliedschaft Portugals führten.

Eine Buchkritik findet sich hier auf Seite 10:

Literaturbeilage Portugal-Post 60

Titel: Luftfahrt, Gold und Ölsardinen

Ein Kriminalroman zwischen Deutschland und Portugal

Erschienen bei Tredition

Taschenbuch ISBN: 978-3-7345-2176-8           12,00 €

Hardcover ISBN: 978-3-7345-2178-2                21,80 €

E-Book                                                                        3,99 €

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Die zwielichtige Rolle, die das salazaristische Portugal zwischen den Alliierten einerseits und dem Hitler-Deutschland andererseist gespielt hat, hat Filmemacher und Schriftsteller zu immer neuen Werken gereizt. Umso begrüßens- werter ist es, dass Bernd Dieter Schlange nun mit "Luftfahrt, Gold und Ölsardinen" das Thema aus Hamburger Sicht aufgreift, ist die Hansestadt doch seit jeher durch ihre maritimen Beziehungen in besonderem Maße mit der Lissabonner Metropole verknüpft.

Peter Koj,

Kulturreferent der Portugiesich-Hanseatischen Gesellschaft


Die meisen Familien haben ihr dunkles Geheimnis, das eigentlich mit einem Taboo belegt ist. Der Familie der europäischen Völker ergeht es da kaum anders. In seinem sorgfältig recherchierten Buch beleuchtet Bernd Dieter Schlange wichtige Aspekte des Verhältnisses zwischen Salazars Portugal und Deutschland. Er spannt dabei den Bogen bis weit in die Nachkriegszeit . Das Ganze in dem Ornat eines spannenden Kriminalromans, an dessen Ende so maches europäische Familiengeheimnis nicht mehr wirklich eins ist.

Dr. Martin Kersting, Historiker

Der Roman gibt immer wieder kurze Einblicke in historische Themen wie die Entwicklung des transatlantischen Daten- und Flugverkehrs, die Einwanderung nach Portugal aus Zentraleuropa seit den Westgoten, die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Portugal vor allem während des zweiten Weltkriegs und danach, die linke Militäropposition in Portugal während des Salazarregimes, den quasi-kolonialen Status der Azoren bis 1974 oder die Einverleibung staatlicher Goldschätze durch das NS-Regime.

Klaus Nottebrook ist seit mehr als einem Jahr ins Archiv der Hamburger Kripo abgeschoben und darf sich mit alten Fällen beschäftigen. Er stößt auf einen, den er mit seiner ehemaligen Kollegin Christiane Müller:

Der 65jährige Karl Reuter war 1975 in einem Hotelzimmer nahe des Stadtparks, eines bekannten Hamburger Schwulentreffs, gefesselt und geknebelt in seinem Bett aufgefunden worden. Todesursache: ein Herzinfarkt, bei dem es zu Erbrechen kam, das wegen des Knebels zum Tod führte.

Damals wurden die Ermittlungen wenig intensiv verfolgt, es hieß, man wolle so kurz nach der Ent-schärfung des Schwulenparagrafen 175 hier keinen Skandal.

Heute sehen Nottebrook und Müller ebenso wie der ältere Kommissar Hans Weise, der (zusammen mit seinen beiden Enkelinnen zum inoffiziellen Ermittlungsteam stößt), dass hier offensichtlich etwas vertuscht werden sollte.

Einige Dinge sind aus den Ermittlungen von 1975 bekannt:

Der tote Reuter war bis 1945 Übersetzer an der Deutschen Gesandtschaft in Lissabon. Dabei war er auf technische Probleme spezialisiert: Kabelverbindungen und Flugverkehr ebenso wie Wolfram und Ölsardinen. Reuter war Anhänger Salazars. Andererseits hatte er auf Grund seiner technischen Interessen und Arbeitsbereiche Kontakte zu Offizieren der portugiesischen Luftwaffe, die vielfach zur Opposition in Portugal zählen.

Anfang 1945 wird der eher deutschnationale Gesandte in Lissabon, von Hoyningen Huene, durch den strammen Nazi von Halen abgelöst. Kurz vor der Ablösung hatte Reuter einen mysteriösen Unfall und blieb dann bis Kriegsende im Krankenhaus.

Nach Kriegsende lebte Reuter eine Zeit lang in der Nähe von Lissabon, kehrte dann aber in seine Heimatstadt Hamburg zurück und setzte seine Übersetzertätigkeit bei der Anwaltskanzlei Kettner fort. Hier befasste sich Reuter vor allem mit Rechts- und Geschäfts-beziehungen zwischen Deutschland und Portugal, wohin er mehrfach reiste. Sein Ruhestand mit Erreichen des 65 Lebensjahres fiel zeitlich eng mit der Nelkenrevolution 1974 in Portugal zusammen. Kurz darauf fand man Reuter tot in dem Hotel. Dort waren zu der betreffenden Zeit nur der Portier, das Ehepaar Brum aus Massachusetts und der Schweizer Bankier Soldati. Alle erschienen unverdächtig, man geht deshalb 1975 von der Beteiligung eines Schwulen aus der Stadtparkszene aus.